Jack Wolfskin – der Weg ist das Ziel

Ich wollte an dieser Stelle schreiben, dass es ein Fehler ist, in Krisenzeiten nicht zu reagieren. Und dass JW eben das tun würde – doch das ist jetzt schon wieder obsolet.
Manfred Hell, CEO von JW hat sich beim Werbeblogger gemeldet.  Er werde die Einzelfälle prüfen, sich dann entscheiden. Und den Werbeblogger am Montag treffen. Ein Sieg ist das nicht – aber der Weg zu etwas, das vielleicht noch viel größer ist als das.

Was wollen Menschen vor allem? Umgangssprachlich: Für voll genommen werden. Digital Natives scheinbar in besonderem Maße – kein Wunder, sind doch gerade die Surfer von allen Medien als besonders freakig gebrandmarkt worden. Doch diese Web 2.0 Garde ist eine besondere Macht. JW hat das nicht verstanden – aber es nun mit schmerzhafter Wucht zu spüren bekommen. Wie so viele vor ihm. Keine Schadenfreude, nur eine Feststellung. Ob und wie JW damit umgeht, ist eine interessante Sache und ein weiteres Lehrstück in Sachen Krisen-PR und vor allem SocialWeb.

Wobei sich JW zumindest derzeit nicht als „Umfaller“ zeigt. Die Abmahnungen sind raus, das öffentliche Statement steht so auf vielen Blogs. Punkt. Der CEO will die Einzelfälle nun prüfen und hat ein Gespräch mit einem der „Wortführer“, Ralf Schwartz am Montag avisiert. Eine ewig lange Zeit im Netz. Normale Zeitspannen im Geschäftsalltag. Zu jubeln, dass das „Netz gewonnen“ habe, wäre nicht nur verfrüht sondern total unnötig.  Und gewonnen ist hier noch gar nichts. Die Abgemahnten sitzen immer noch auf ihren Schreiben, JW hat immer noch die Markenrechte an Pfoten und verteidigt diese auch in Zukunft.

Was aber zu sehen ist, ist erneut ein unheimliche Konzentration von unterschiedlichen Menschen, Temperamenten und Zielen. Nicht jeder hat JW sofort verdammt, auch war  nicht jeder fair mit JW. Aber gemeinsam hat man wie ein gigantischer Katalysator gewirkt. Und so wie es scheint, wird die Story auch schon aus dem Netz gebracht. Und das ist in meinen Augen der größte Erfolg für alle nicht Betroffenen. Die Abgemahnten haben ganz andere Prämissen, ganz andere Probleme – diese möchte ich hier außen vor lassen, um nicht noch mehr Feuer zu schüren.

Der Weg in den Mainstream wird immer kürzer, die Vernetzung immer rasanter. Davon habe ich gesprochen, als ich sagte, dass es keinen Sieg aber vllt. einen Schritt auf etwas größeres gab.  Das Größere heißt: Akzeptanz.

Akzeptanz dafür, dass die Menschen das Netz benutzen, um sich zu organisieren. Um sich auszutauschen. Und um ernst genommen zu werden. Nicht immer, aber immer häufiger und immer mächtiger. Ich hoffe nur, dass das nicht mal ausgenutzt wird.

Ich warte jedenfalls bis Montag. Eine ewige Zeit für das Netz. Nur ein paar Tage für einen Menschen.

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