Mass Effect 3 und dt. Magazine…

Michael Graf, Chef-Autor der Gamestar, hat in seiner Kolumne das Unbehagen deutlich gemacht, welches er mit der Fankritik an Mass Effect 3 hat. Eine Meinung, die ich irgendwie auch teilen kann. Obwohl ich selber mit dem Ende von ME3 zuerst zufrieden (die ersten zwei Minuten), dann entgeistert (nach fünf Minuten) und schließlich sauer war (alles danach).

Mass Effect ist eine Schöpfung von BioWare. Wenn BioWare sagt, ab jetzt ist alles in dem Spiel rosa, dann ist das rosa. Wenn’s mir nicht gefällt, dann kaufe ich das nicht. Wenn ich das doch tue und es gefällt mir nicht: Selber schuld. So ungefähr kann ich auch die Meinungen von verschiedener Seite deuten, die sich über die Kritik zahlreicher Spieler äußern. Michael Grafs Kolumne ist da ein schönes Beispiel für … Sie vergessen nur eine Kleinigkeit:

Die Spieler haben Recht. Und sie sind belogen worden.

Eine wunderbare, aber auch erschreckende Auflistung von Versprechen, die eindeutig von BioWare Angestellten während der ME-3 Entwicklung gemacht wurden, findet sich im BioWare Forum. Ich habe diese Liste auch mal als PDF abgespeichert, da ich fast sicher bin, dass die demnächst mal “verschwinden” wird: http://social.bioware.com/forum/1/topic/355/index/10056886

Ein Beispiel gefällig?

“[The presence of the Rachni] has huge consequences in Mass Effect 3. Even just in the final battle with the Reapers.” Das kommt von einem der Hauptautoren von ME-3. Na schönen Dank auch. Ob die Rachni dabei sind oder in China ein Sack Reis umfällt, außer ein paar Punkte auf der Effektiven Militärischen Stärke Skala ist nichts zu sehen.

Diese Skala erinnerte mich während des Spielens auch ganz stark an alte SNES oder Mega Drive RPGs. Zu einer Zeit, als die Technik einfach nicht soweit war, bestimmte Sachen zu zeigen, sondern alles in der Fantasie der Spieler ablaufen musste. Und diese Skala gehört dazu: “Stellt euch einfach vor, dass eure Aktion gerade was tolles gemacht hat”. Nicht schlimm, es hat funktioniert. Aber dann soll bitteschön nicht vor dem Erscheinen des Spiels damit geworben werden, dass es eben nicht so sei. Ebenso die Aussage, dass meine Entscheidungen wirklich Gewicht hätten. Was bspw. Michael Graf ja auch anführte. Warum ein Spieler auf diese Idee kommen könnte? Hmm:

“There are many different endings. We wouldn’t do it any other way. How could you go through all three campaigns playing as your Shepard and then be forced into a bespoke ending that everyone gets? But I can’t say any more than that…”

Interview mit Mike Gamble (Associate Producer)

Ja toll. Meine drei Endings, die ich sah, sind dieselben wie sie wirklich jeder andere sieht. EXAKT dieselben. Nur, wer aus der Normandy aussteigt, variiert bei einigen. Ein wenig. Also wirklich marginal sogar. Die Plot-Löcher werde ich mal nicht ansprechen. Das haben andere zur Genüge gemacht.

Was mich eher antreibt ist die sture “Das ist ein tolles 9x Prozent-Spiel-Haltung” der dt. “Fachmagazine”.  Dass ein Spiel nicht komplett durchgespielt wird, wenn es getestet wird, geht auch einfach nicht. Dass aber, bei einer Kritikbewegung die bspw. 50 000 Dollar (!) Spenden auftreibt, eine News auf der HP erscheint (Gamestar, PC-Games bspw.) and thats it, das ärgert schon eher. Wo bleiben die Rückfragen? Als JOURNALIST kann ich den Initiator der Bewegung anschreiben. BioWare um Stellungnahme bitten (ob sie sich melden ist ne andere Sache). Ich kanns aber auch einfach als trockene News abfackeln, kritiklos und ohne Eigenrecherche.

Ich könnte einen Aufruf an meine Leser starten, wie seht ihr das Ende? Also bitteschön nicht eine Umfrage (Tortengrafik), sondern wirklich auffordern, sich auseinanderzusetzen. Vielleicht sogar eine online Talkrunde mit den Autoren des Testes, welche an einem bestimmten Tag läuft und diese dann im Print verwursten. Web 2.0, you know? Ich könnte sogar Sonderartikel produzieren, Für und Wider, vielleicht ist ja auch die Redaktion gespalten? Ich könnte die Leser auffordern, zu spekulieren, was das Ende wirklich bedeutet – die “besten” Einsendungen werden gedruckt und vielleicht, so als Coup quasi, schickt man diese an BioWare (ob die das haben wollen ist erstmal egal).

Dt. Magazine machen sowas nicht. Nein Nein. Die posten fleißig, was englische Magazine vormachen. Thats it – and nothing more. Ich bin mir sicher, dass auch das ME-3 Sonderheft der Gamestar nur Lobeshymnen, aber kein Wort zu den grandios verschenkten Chancen des Spiels enthält.

Gamefront, Forbes und Kotaku habens euch vorgemacht, ihr “Spieleprofis”. Zu schade, ich bin mir total sicher, dass bei den Herzblut-Redakteuren der alten Garde da was anderes gekommen wäre.

Aber ich bin ja nur ein Fanboy Smiley mit herausgestreckter Zunge

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