BF3: Premium geht das Netz zugrunde

Für knapp 50 Euro bietet EA derzeit (und wohl auch in Zukunft ^-^) ein Premium Paket für Battlefield 3 an. Darin sind alle DLCs enthalten (für mich übrigens das Unwort dieses und der nächsten Jahre), weiterhin noch ganz viele tolle Sachen. Quasi der Geschenkesack des Weihnachtsmannes. Und wie das so ist mit Geschenken, sie sind toll, sie sind hübsch verpackt – und in diesem Fall vergiftet.

Ich habe so meine Probleme mit Origin. Und weiß, dass diese Sicht nicht von vielen geteilt wird. Aber es gibt ja immer zwei Seiten einer Medaille. Und damit sind wir auch schon beim Thema: Denn dank Premium könnt ihr in eurem BF3 Account die Statistik zurücksetzen, also auch alle Medaillen und ähnliches wieder auf 0 stellen. Super Sache. Ähh Moment, konnte man das vorher nicht? Muss ich also bei einem Spiel, das rund 50 Euro kostet und dabei nicht mal als Datenträger im Origin Store vorliegt (sprich EA hat keine Kosten mit Verpackung, Handbuchdruck, Groß- und Einzelhandel?) extra bezahlen, um die Statistiken zurückzusetzen?

Ja, man muss 50 Euro bezahlen, um bei einem 50 Euro Spiel die Statistik zurücksetzen zu können. Mooment, mag jetzt ein BF3 Fan einwerfen. So einfach kann man sich das nicht machen: Immerhin erhält man für 50 Euro ja auch fünf DLCs. Die wären sonst einzeln zu bezahlen. Stimmt. Man erhält also fünf DLCs und die Möglichkeit, seine Stats zurückzusetzen. Sehr faires Angebot. Doch damit nicht genug: Auch gibt es dann immer wieder Doppel-XP Wochenenden. Sprich, dort erhaltet ihr doppelte Erfahrungspunkte.

Und damit greift EA in das Heiligste ein, was es bei einem Spiel geben kann: Der Balance. Zahl mehr und Du bist mehr. Wie im wahren Leben also Smiley. Ein Premium-Kunde, der mehr auf der Bank hat, der wird also in BF3 auch schneller mit Waffen und Ausrüstung zugeschüttet. Oder kauft sich gleich die “ich-schalte-alles-frei” Erweiterung, die alle Waffen und Ausrüstung etc. sofort freischaltet. Super-Duper! Nicht mehr Dein Skill ist entscheidend, sondern die Kohle, die Du an EA überweist.

Aber damit kann ich leben. Nicht spielen, denn BF3 ist für mich mit solchen Stunts ad absurdum geführt. Denn nicht meine Fähigkeit entscheidet, sondern das Geld. Aber das, was mich echt vom Hocker gerissen hat, ist folgendes: Zahle 50 Euro als Premium-Kunde und Du wirst bei der Warteschlange, sobald Server voll sind, bevorzugt. Kommst also eher in den “Club” als der Normalo. Ganz toll EA!

Stehe ich bald auch bei Quake 4 sinnbildlich mit dem Raketenwerfer vor dem Tor und muss erstmal 1 Euro einwerfen, damit ich reindarf? Wird mir in Need for Speed bald das Auto auf die Strecke gestellt, aber die Räder kosten nochmal 2 Euro als DLC extra? Pro Rennen natürlich!

Das Schlimme ist für mich auch, dass es so hingenommen wird. Man hat sich an die DLCs gewöhnt, deren Inhalt kurz vor Release des Vollpreispiels (!) rausgeschnitten und dann nochmal extra kassiert wird. Man hat sich an kostenpflichtige Updates gewöhnt, die Fehler beheben, die durch die Programmierer verursacht wurden. Nun gewöhnt sich der durchschnittliche “Ich-will-doch-nur-Z0ck0rn-11elf” Spieler an extra Zahlungen, um überhaupt schnell auf die Server zu kommen.

Und bald ist dann auch die Priorisierung des gesamten Contents da. Wer Youtube Videos sehen will, der muss bei seinem Provider eine exklusive Priorisierung beantragen, wer Mails schnell erhalten will, der möge 1,50 Euro mehr im Monat bezahlen. Wie? Ich spinne? Ich übertreibe? Ja, das tue ich… aber vor einem Jahr hätte auch jeder gesagt, “Du spinnst” wenn ich erzählt hätte, dass man für ein Vollpreisspiel extra zahlen muss, um seine Stats zurückzusetzen oder auf einem Server raufzukommen.

Jaja…

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Ein Gedanke zu „BF3: Premium geht das Netz zugrunde

  1. webster sagt:

    Prima Artikel, den ich so unterschreiben würde. Gerade die junge Generation wird es wohl hinnehmen, dass soll aber nicht heißen das die ältere Generation nicht auch teilweise schon Brainfu**** washed ist.

    Was ich auch immer wieder bei Produkten, wo EA der Publiisher ist, sehe, dass anstatt Fehler ausgebessert werden, man ein Addon auf den Markt schmeisst. Auch die Ingamewerbung ist eine äußerst unverschähmte angelegenheit. So wie bei Fifa 12.

    Das dann noch der Marketingpräsident auf Amazon das Produkt anpreist und dort im Forum versucht alle Krtik zu relativieren, indem er versucht Misstände mit anderen Misständen zu legetimieren, setzt dem ganzen noch die Krone auf.

    In dem Fall ging es um die nach dt, Recht verstoßenden AGB´s, den es EA erlauben sollte auf die Userrechner zuzugreifen. Die Leute werden eben immer mehr desensibilisiert. Das macht man ja auch bei Kriegen so. Das böse Erwachen, also der Missbrauch kommt dann immer wieder, aber wird spätestens nach einer Woche wieder im Sand verlaufen. Man sieht das ja auch an den Nachrichten allgemein. Heute werden die schlimmsten Dinge bekannt, morgen ist es vergessen.

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